Wer einmal entlang der Küste Victorias fährt, merkt schnell: Die Great Ocean Road ist mehr als nur eine Straße – sie ist ein unvergessliches Erlebnis. Kurve für Kurve eröffnen sich neue Ausblicke auf tosende Wellen, dramatische Steilklippen, endlose Strände und dichten Regenwald.
Die 243 Kilometer lange Route verläuft von Torquay bis Allansford und zählt zu den bekanntesten Küstenstraßen der Welt. Was viele jedoch nicht wissen: Sie wurde nach dem Ersten Weltkrieg von heimgekehrten Soldaten als Denkmal für ihre gefallenen Kameraden erbaut. Damit ist sie das größte Kriegsdenkmal der Welt und gleichzeitig eine der beeindruckendsten Strecken, die man mit dem Auto zurücklegen kann. Die Fahrt selbst macht durch ihre Kurven, Meerblicke und Tierbegegnungen, zum Beispiel mit Koalas und Papageien, unglaublich viel Spaß.
London Arch
Früher hieß diese Felsformation „London Bridge”, da sie durch zwei Bögen mit dem Festland verbunden war. Doch im Jahr 1990 stürzte einer der Bögen plötzlich ein, was ein spektakuläres Naturereignis war. Zwei Touristen saßen auf dem verbliebenen Fels fest und mussten per Helikopter gerettet werden.
Heute ist der „London Arch“ ein Symbol dafür, wie schnell sich die Natur verändern kann, und ein beliebter Fotospot mit dramatischer Küstenkulisse.
Loch Ard Gorge
Ein Ort voller Naturschönheit und Geschichte. Die Bucht ist benannt nach dem Schiff „Loch Ard“, das 1878 vor der Küste zerschellte. Nur zwei Passagiere, Tom und Eva, überlebten und retteten sich in diese Schlucht.
Neben dem Hauptaussichtspunkt gibt es kleine Wanderwege, Höhlen, Aussichtspunkte und sogar einen kleinen Strand, der bei niedrigem Wasserstand zugänglich ist. Ideal, um die dramatische Geschichte des Ortes bei einem Spaziergang zu entdecken.
12 Apostel
Sie sind das unangefochtene Wahrzeichen der Great Ocean Road, obwohl es heute eigentlich nur noch acht von ihnen gibt. Diese bis zu 60 Meter hohen Kalksteinsäulen entstanden durch jahrtausendelange Erosion und ragen heute imposant aus dem Meer empor.
Der Hauptaussichtspunkt liegt direkt an der Straße. Es werden aber auch Helikopterflüge angeboten, die einen spektakulären Blick von oben ermöglichen. Wer früh kommt, kann den Sonnenaufgang in absoluter Ruhe erleben.
Bay of Islands
Der Bay of Islands Coastal Park liegt am westlichen Ende der Great Ocean Road zwischen Peterborough und Warrnambool. Die Region ist ruhiger und weniger überlaufen als die berühmten „Zwölf Apostel” – perfekt, wenn ihr etwas Abstand von den Touristenmengen sucht. Die zerklüfteten Kalksteininseln ragen aus dem türkisfarbenen Wasser heraus und wirken besonders bei Sonnenuntergang fast surreal. Es gibt mehrere Aussichtspunkte entlang der Straße. Einfach anhalten, aussteigen und genießen!
Gibson Steps
Die Stufen sind nach dem Gibson Beach benannt, der am Ende der Küste liegt. Nur wenige Minuten von den Zwölf Aposteln entfernt, führen die Gibson Steps hinunter an den Strand – direkt zu den Füßen zweier riesiger Felsen im Wasser. Die in die Klippe gebauten Stufen bieten eine völlig neue Perspektive auf die Küste.
Achtung: Der Zugang ist von den Gezeiten abhängig. Bei Flut kann es gefährlich sein, informiert euch daher am besten vorab oder entscheidet spontan vor Ort.
The Grotto
The Grotto ist eine natürliche Felsformation, die wie ein riesiger, offener Raum wirkt – fast wie ein Fenster zum Ozean. Das Besondere: Man schaut durch einen Felsbogen auf ein natürliches Wasserbecken mit dem Meer im Hintergrund. Ein kurzer, gut ausgebauter Pfad führt hinunter zur Grotte. Besonders schön ist es bei ruhigem Wasser und tiefstehender Sonne, wenn sich das Licht im Pool spiegelt. Ein fast magischer Ort!
Port Campbell
Das kleine Örtchen Port Campbell ist der perfekte Zwischenstopp, um zu essen, zu tanken oder zu übernachten. Es liegt nur wenige Minuten von den bekanntesten Sehenswürdigkeiten entfernt. Im Hafen könnt ihr gemütlich spazieren gehen und den Sonnenuntergang genießen. Für viele ist Port Campbell der ideale Ausgangspunkt, um die Region in alle Richtungen zu erkunden.
Apollo Bay
Die malerische Bucht lädt zu einer Pause ein, zum Baden und sogar zum Verzehr von frischem Seafood. Hier beginnt auch der Zugang zum Great Otway National Park, in dem ihr Wasserfälle, Regenwälder und mit etwas Glück Koalas in freier Wildbahn entdecken könnt.
Apollo Bay ist eine Mischung aus Küstendorf, Outdoor-Basislager und Surferort – charmant und entspannt. Wer gerne wandert oder Kajak fährt, ist hier genau richtig.
Lorne
Lorne ist einer der beliebtesten Küstenorte entlang der Great Ocean Road – und das zurecht. Der Ort ist bekannt für seinen langen Sandstrand sowie seine vielen Cafés, Galerien und Boutiquen. Die entspannte Atmosphäre lockt besonders viele Künstler und Kreative an. In der Nähe liegen die Erskine Falls, ein spektakulärer Wasserfall mitten im Regenwald, den ihr über einen kurzen Wanderweg erreichen könnt. Ideal für einen Abstecher in die Natur.
Die Great Ocean Road ist mehr als nur eine Straße – sie ist ein Erlebnis. Ob ihr nur einen Tag oder mehrere Zeit habt: Diese Route ist ein echtes Highlight Australiens und nicht weit entfernt von Melbourne. Die Kombination aus Natur, Geschichte, kleinen Städten und Meerblick macht diesen Roadtrip so besonders.
Unser Tipp: Früh losfahren oder dort übernachten, um die Hauptattraktionen in Ruhe und ohne Touristenmassen zu erleben.